Xoloitzquintle (gesprochen: Scholoitz-kuint-li) - Mexicanischer Nackthund

Hairless - Mit freundlicher Genehmigung von Nolascastle
Hairless - Mit freundlicher Genehmigung von Nolascastle
Coated
Coated

Das Wesen ist freundlich, anhänglich, intelligent, anpassungsfähig, würdevoll und ruhig.

 

Die Rasse ist grundsätzlich haarlos, aber Haare sind am Kopf und an der Rute zugelassen. Es gibt auch teil- und vollbehaarte Exemplare. Die Farbe der Haut kann schwarz, grau, braun oder bronze sein, wobei rosa- oder kaffeefarbene Flecken zulässig sind. Die Haut variiert von weich bis rau oder borstig.

 

Der Xolo kommt in folgenden Größen vor:

 

Standard 46 bis 60 cm 

Mittel 36 bis 45 cm

Miniatur 25 bis 35 cm

 

Geschichte:

Wahrscheinlich wurde der Xolo bereits von den Tolteken und Azteken als Haushund gehalten. In der präkolumbianischen Mythologie war der Xolo dem Gott "Xolotl", dem Wächter der Unterwelt, geweiht und begleitete die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits.

 

In Tlatilco (Mexiko) wurde eine Tonfigur gefunden, die eine sitzende Frau beim Säugen eines Xolos darstellt. Dieser Fund wurde auf 1700 v. Chr. datiert und ist wohl die älteste, prähistorische Hundedarstellung aus Amerika. Aus der gleichen Region stammt das Skelett eines Hundes, der ein Xolo gewesen sein könnte, das in einem Grab aus dem Jahre 1400 v. Chr. gefunden wurde.

 

Francisco Hernandez, der schon um 1500 n. Chr. Mexiko bereiste, hat zahlreiche, haarlose Hunde beschrieben. Von den Einheimischen wurden sie als Wärmespender bei Rheuma verwendet und ihr Fleisch war als Delikatesse hochgeschätzt.

 

Mit der spanischen Eroberung ging die Azteken-Kultur unter und die Xolos wurden seltener, verschwanden aber nie völlig. Der mexikanische Künstler Diego Rivera sammelte ab 1925 die Reste der Rasse und begann eine Reinzucht. Im Jahre 1950 interessierte sich auch der mexikanische Kennel Club für die Rasse und bemühte sich erfolgreich um eine internationale Anerkennung.

 

Quelle: http://www.xolo.ch/pages/de/der-xolo/geschichte.php

 

Genetik:

Die Haarlosigkeit unterliegt einem unvollkommen dominanten Erbgang. Das Gen für Haarlosigkeit ist dominant über die Ausbildung eines Haarkleides. Die Haarlosigkeit schlägt aber nicht voll durch und Nackthunde sind praktisch nie völlig nackt. Meistens kommen ein mehr oder weniger ausgeprägter Schopf, eine Fahne an der Rute und eine Behaarung unterhalb des Hand- bzw. Fussgelenkes vor. 

 

Lebensfähige Nackthunde sind immer heterozygot, sie besitzen also ein Haarlos-Gen und ein Haar-Gen. Bei Kreuzungen von haarlosen Hunden entstehen daher statistisch gesehen 25% homozygot haarlose Hunde, 50% heterozygot haarlose Hunde und 25% homozygot behaarte Hunde. Die homozygot haarlosen Hunde (mit zwei Haarlos-Genen (Letalfaktor)) sterben bereits vor der Geburt und werden in der Gebärmutter resorbiert.

 

In einem Wurf von Nackthunden sind also zwei drittel nackte und ein drittel behaarte Welpen zu erwarten. Die behaarten Xolos entsprachen bisher nicht dem Rassestandard, seit kurzem (2009) werden sie aber von der FCI anerkannt. Sogar Kreuzungen zwischen nackten und behaarten Xolos sind zugelassen, wobei in diesen Würfen je die Hälfte der Welpen nackt bzw. behaart zu erwarten sind. 

 

Problematisch bei Nackthunden ist, dass das Haarlos-Gen auch zu einer Reduktion der Anzahl Zähne führt. So feheln bei Xolos oft die Prämolaren völlig, während Schneidezähne oder gar Fangzähne verkleinert sind oder vereinzelt gar fehlen. Hingegen haben behaarte Xolos in der Regel ein vollständiges Scherengebiss.

 

In neuesten molekularbiologischen Untersuchungen konnte das Haarlos-Gen identifiziert und der einfache Erbgang bestätigt werden (Drögemüller, et al. 2008). Zudem zeigen weitere genetische Studien, dass der Xolo tatsächlich viele alte Erbeigenschaften besitzt und die Hunderasse mindestens 3700 Jahre alt ist. Allerdings sind heute auch viele Eigenschaften moderner Hunderassen enthalten. Einkreuzungen anderer Rassen sind in der Geschichte offenbar öfters vorgekommen und wegen des dominanten Haarlos-Gens auch möglich, ohne das Nacktsignalement zu verlieren.

Eine weitere interessante Beschreibung:

Der Xolo gehört zu den ältesten und seltensten Rassen der Welt. Man hält ihn für die erste wirklich ausgeprägte Hunderasse, die in Afrika als Begleiter der frühesten Menschen bei ihrem Zug über die Beringstraße auftrat.

Die Geschichte des Xolo der Azteken ist gut belegt.
Nackthunde, in Mexiko "Xoloitzcuintle" (sprich Scho-Lo-Itz-Kwint-Le) gab es an vielen Orten der Erde. Die mexikanische Keramikskulptur "Frau, die einen Hund küsst" entstand vor 3.400 Jahren. Frau Xavier de Clavijero (1731 bis 1787) erwähnt den Xolo als "haarlos mit weicher Haut" und fügt hinzu, dass die Rasse langsam aussterben werde. Dennoch besteht die Rasse weiter bis in unser Jahrhundert.

1954 organisierte der Engländer Norman Pelham Wright, ein begeisterter Archäologe, Botaniker, Zoologe und Liebhaber von mexikanischen Dingen zusammen mit einigen interessierten Freunden, die ebenfalls daran interessiert waren, einmalige Tiere aufzuspüren und zu erhalten, eine Expedition in die Umgebung des Balsas - Flusses, nahe Pungarabate, im Staate Guerrero. Unter diesen Freunden befand sich die Comtesse Lascelles de Premeo Real, die noch heute ein aktives Mitglied des mexikanischen Kennel Clubs ist und sich intensiv für die Rasse und Zucht einsetzt. Seit dieser Zeit geht es mit den Xolos aufwärts. Nicht nur in Mexiko, sondern auch in USA und Europa gibt es eine ganze Reihe von Züchtern. Im Austausch zu einem Paar Panda Bären, das China Mexiko als Geschenk übergab, erhielt Mao ein Paar Xolos. Die FCI mit Sitz in Belgien erkannte die Rasse an und einige Xolos haben schon internationale Titel errungen.

Sie sind leicht zu trainieren und mit ihrer strahlenden, intelligenten und liebenswerten Natur sieht man sie öfter auf internationalen Ausstellungen.


In der Nahuatl (Azteken) Mythologie war der Xolo der Vertreter des Gottes Xolotl, das zweite Gesicht von Quetzalcoatl (die gefiederde Schlange). Xolotl bedeutet: "Der mit Zähnen so scharf wie Feuerkiesel nach Nahrung schnappt". Quetzalcoatl wurde in Form eines Hundekopfes dargestellt, da der hundegesichtige Gott Quetzalcoatl's Zwillingsbruder war, die Verkörperung des Gottes, der die Sonne in die Unterwelt bringt. Für Nahuas hatte das Leben auf der Erde (Tlaltipac) geringere Bedeutung als das Leben nach dem Tod des Körpers. Sie nannten diese Unterwelt Mictlan (Ort des Todes) und glaubten, dass der Tod eine vierjährige Reise auf neun Ebenen sei, bei der eine Reihe von Proben und Hindernissen überwunden werden muss, um das Omeyocan (der glückliche Ort im Inneren des Himmels) zu erreichen. Um dieses Paradies zu erreichen, war die Begleitung durch einen Xolo notwendig. Er war der Führer, der wusste, wie die unbekannten Flüsse und Seen zu überwinden waren, um den Weg zur ewigen Seeligkeit und Ruhe zu finden. Der Xolo teilte sowohl das Leben als auch den Tod seines Meisters und beschützte ihn vor aller zeitlichen und geistigen Unbill.


Es gab schon Anstrengungen, die Rasse zu erhalten bevor der mexikanische Kennel Club Maßnahmen ergriff. Viele wurden im falschen Glauben, dass so eine größere Ähnlichkeit mit dem wohlbekannten Prä-Hispanischen Colima-Keramikhund (gedrungen, untersetzt, stupsnasig und dickbäuchig) erreicht werden könnte, mit anderen Rassen gekreuzt. Die Ergebnisse waren teilweise grotesk und vermittelten einen falschen Eindruck, der dazu führte, dass der Xolo abgelehnt wurde.


Frühe Fresken zeigen den Xolo gemästet für den Markt, aber Xolofleisch diente heiligen Zwecken und war nicht zum Verzehr für alle Tage bestimmt. Sein Verzehr, so glaubte man, schützte vor Schmerz und schlechten Träumen, ebenso vor dämonischen Einflüssen. Bevorzugt wurde das zarte Fleisch junger Hunde gegessen.

Man konnte sich kaum vorstellen, dass sich der faltige fette, krummbeinige, stupsnasige und hängeohrige Welpe zu einer eleganten, stromlinienförmigen, stehohrigen erwachsenen Schönheit entwickeln kann.


Heute verlangt man vom Xolo folgende Merkmale: fast völlige Haarlosigkeit mit Ausnahme von Kopf, Füßen und Rute. Das vorhandene Haar muss harsch, kann jedoch von beliebiger Farbe sein. Stehohren von ca. 10 cm Länge, weiche Haut, die von schwarz, hellgrau, bronze, apricot oder teilweise gefleckt (pinto) reicht. Ideale Widerristhöhe beträgt nicht unter 33 cm und nicht über 57 cm. Seit 1983 erkennt die FCl den Xoloitzcuintle Miniature an, der die selben Merkmale aufweist, jedoch mit einer Widerristhöhe von 25 bis 33 cm.


Besonderes Merkmal des Xolo beinhaltet das Fehlen der Prämolaren. Im Gegensatz zu anderen Hunde transpirieren sie durch die Haut; fast niemals hängt ihnen die Zunge heraus und sie hecheln nicht. Sie sind sehr anhänglich und treu. Unter emotionalem Stress können sie Tränen bilden und sie legen ihre Stirn in Falten, wenn sie verlegen sind. Seltsamerweise sind sie nicht empfindlich gegen Kälte. Der Xolo ist ein solider widerstandsfähiger Hund, der in jedem beliebigen Klima gehalten werden kann. Die genaue Betrachtung der Pfoten zeigt, dass sie Schwimmhäute haben.


Noch heute glauben die mexikanischen Eingeborenen fest an die therapeutischen Eigenschaften der Rasse. Sie genießt noch das Ansehen vorkolumbianischer Zeiten.; sie soll vor zahlreichen Erkrankungen schützen, sie sogar heilen können von der einfachen Erkältung bis hin zum Rheumatismus und Asthma. Die älteren Leute nehmen die Hunde nachts mit ins Bett, da ihre Körperwärme heilend wirkt. Der Xolo ist so vollkommen in seinen Eigenschaften, dass er sich als Freund des Menschen geradezu anbietet. Er vereint exotische Schönheit, Eleganz und Anmut mit freundlichem Wesen und Intelligenz. Seine Haarlosigkeit macht ihn zum sauberen, geruchlosen Haustier. 

Man kann sagen, der Xolo ist ein wahrgewordener Hundetraum: kein Ungeziefer, wie Flöhe oder Zecken, kein Haar auf Möbeln oder Teppichen, kein Bürsten, Schneiden, Trimmen oder Föhnen, nur ein kurzes Abwaschen und Auftragen von nicht fettender Handcreme und ihr Xolo ist gepflegt. Seine fröhliche Veranlagung machen den Xolo zu einem idealen Gefährten.

 

Quelle: http://www.c-e-r.de/rasse-xolo.htm